Wie beeinflusst die Behandlung meine Chancen?

Grundsätzlich gilt für alle unserer Paare,dass die größte Chance auf eine Schwangerschaft in der Anwendung der IVF bzw. ICSI-Behandlung besteht. In Abhängigkeit von den persönlichen Voraussetzungen bestehen für die überwiegende Mehrheit unserer Patienten aber auch gute bis sehr gute Aussichten, mittels des normalen Geschlechtsverkehrs oder mit Hilfe einer Inseminationstherapie zu der gewünschten Schwangerschaft zu gelangen. Gemeinsam mit Ihnen versuchen wir daher, einen auf Sie zugeschnittenen, persönlichen Behandlungsplan zu entwickeln, der möglichst genau Ihren individuellen Vorstellungen und Wünschen entspricht. Dabei legen wir von unserer Seite großen Wert darauf, so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig in die natürlichen Vorgänge beim Eintritt einer Schwangerschaft einzugreifen.

Solange ihre Gebärmutter, ein Spermium und eine Eizelle vorhanden sind, besteht die Chance auf eine Schwangerschaft . Das Ziel all unserer Bemühungen ist es, durch die Auswahl geeigneter Methoden, eine Verbesserung Ihrer eigenen sehr persönlichen Schwangerschaftsaussichten zu erreichen, so das eine realistische Chance für eine Schwangerschaft besteht.

Nahezu alle unserer Paare mit unerfülltem Kinderwunsch haben über eine lange vergebliche Phase versucht, mittels des normalen Geschlechtsverkehrs eine Schwangerschaft zu erzielen. So führt die Durchführung einer milden hormonellen Stimulationstherapie mit Clomifen oder FSH-Präparaten bei der Frau im Rahmen eines Zyklus mit Geschlechtsverkehr zum Optimum im Allgemeinen zu einer Verdopplung der Schwangerschaftsraten im Vergleich zum Spontanzyklus. Dies gilt insbesondere dann, wenn Hinweise für eine Eizellreifungsstörung (z. B. beim PCO-Syndrom) oder Gelbkörperschwäche oder leicht eingeschränkte Spermienwerte bei den Männern bestehen. Sind eine freie Eieiterpassage und Wanderung der Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim gegeben, reicht diese Verdopplung der Schwangerschaftsraten in Abhängigkeit von den persönlichen Vorstellungen und Voraussetzungen schon oftmals aus.

Ist eine freie Eileiterpassage gegeben, die Wanderung der Spermien durch den Gebärmutterhalsschleim aber in der Partnerschaftsdiagnostik herabgesetzt, kann mittels einer Einspritzung der Spermien in die Gebärmutterhöhle (Insemination) versucht werden, die Schwangerschaftsaussichten zu verbessern. Kombiniert man eine Insemination mit einer hormonellen Stimulationstherapie mit Clomifen oder FSH-Präparaten verbessert dies in Abhängigkeit von Ihren persönlichen Voraussetzungen die Schwangerschaftsrate noch weiter. So liegt die durchschnittliche Schwangerschaftsrate pro Zyklus in unserem Zentrum nach Inseminationen mit hormoneller Stimulation der Eizellbildung zwischen 15 und 20% und damit klar über dem Bundesdurchschnitt. Sinnvoll ist es immer, sich auf mehrere Behandlungszyklen einzustellen, denn mit wiederholten Inseminationen können wir bei bis zu 35% unserer Paare eine Schwangerschaft herbeiführen.

Für Paare mit eher ungünstigen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft mittels Verkehr zum Optimum oder Insemination oder bei Paaren mit einer Schädigung der Eileiter z. B. durch eine Endometriose oder erfolglosen Therapieversuchen mittels o. g. Verfahren stellt häufig die Durchführung einer IVF- oder ICSI-Behandlung eine erfolgreiche Behandlungsalternative dar. Als Erfolgsrate einer IVF- oder ICSI-Behandlung wird weltweit die Schwangerschaftsrate nach Embryotransfer angesehen. Das heißt: wie oft entsteht nach einem Embryotransfer eine Schwangerschaft? Dabei ist die reine Schwangerschaftsrate häufig wenig aussagekräftig da z. B. Zentren, welche viele Ihrer Paare direkt mit einer ICSI Behandlung therapieren, höhere Schwangerschaftsraten haben, als Zentren, welche zunächst versuchen Ihre Paare mit anderen Therapieoptionen zur Schwangerschaft zu verhelfen. Die Frage welches das bessere Kinderwunschzentrum von beiden ist, sollten Sie daher für sich sehr individuell entscheiden.

Zusätzlich zu der Frage, ob Patienten mit einer guten Prognose in anderen Verfahren, direkt mit einer IVF- oder ICSI-Behandlung behandelt werden sollten, ist neben der Zahl der bei der Punktion gewonnen Eizellen, die Zahl der transferierten Embryonen für den Erfolg einer IVF- oder ICSI-Behandlung entscheidend. Grundsätzlich erscheint es logisch, das mit einer höheren Zahl an Embryonen im Allgemeinen die Schwangerschaftsrate steigt. Parallel dazu steigt aber auch die Rate an unbeabsichtigten Mehrlingsschwangerschaften. So sind die Verfahren der assistierten Reproduktion in Deutschland für 17,7 % der Mehrlingsgeburten verantwortlich. Dadurch, dass immer weniger Embryonen transferiert werden, hat aber der Anteil der geborenen Drillingskinder an der Gesamtzahl der nach reproduktionsmedizinischen Maßnahmen geborenen Kinder von 1997 bis 2011 um 80 % abgenommen.

Trotz der Reduzierung der Zahl der transferierten Embryonen in Deutschland sind die Schwangerschaftsraten der deutschen reproduktionsmedizinischen Zentren genauso gut wie der internationale Vergleich: im Durchschnitt aller weltweiten IVF-Zentren wie z. B. in den USA mit maximal 35% pro Behandlungszyklus. Oder anders gesagt: jeder dritte Embryotransfer führt zu einer Schwangerschaft. Durch die Steigerung der Zahl der Versuche kann die Schwangerschaftsrate pro Paar weiter verbessert werden. So liegt weltweit die sogenannte kumulative Schwangerschaftsrate nach viermaliger IVF- oder ICSI-Behandlung bei etwa 50 bis 60%. Durch die Reduzierung der Zahl der transferierten Embryonen in Deutschland ist 2011 aber sowohl die Zwillingsrate mit 19,7% (USA: 27,3%) als auch die Drillingsrate mit 0,3 % (USA: 1,7%) deutlich unter denen der USA. Zudem kam es in den USA zu 4 Vierlings Schwangerschaften (Deutschland: 0). Auch hier sollten Sie für sich individuell entscheiden, welche Behandlungsstrategie für Sie die bessere ist.

Die Schwangerschaftsraten in unserem Zentrum liegen mit 30 bis 40 % pro Transfer im oberen Bereich der in Deutschland laut Deutschem IVF Register erreichten Schwangerschaftsraten. Werden die Schwangerschaften nach dem Rücktransfer von kryokonservierten Vorkernstadien noch zu diesen 30 bis 40% hinzu gezählt, ergibt sich zudem eine Schwangerschaftsrate in unserem Zentrum von bis zu 50% pro Eizellpunktion. Zudem hatten wir trotz dieser sehr guten Schwangerschaftsraten in den Verfahren der assistierten Reproduktion im Jahr 2011 nicht eine Drillingsschwangerschaft. 2010 kam es beim Transfer von 2 Embryonen bei zwei Patientinnen zu einer Drillingsschwangerschaft – ein Embryo hatte sich jeweils zu einem eineiigen Zwilling entwickelt. Die Zwillingsrate in unserem Zentrum liegt klar unter dem Bundesdurchschnitt.